Im Januar 2013 startete das vierjährige Forschungsprojekt „URBAN VOIDS,Chancen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Es handelte sich um ein Kooperationsprojekt zwischen dem KIT (Karlsruher Institut für Technologie), der Seoul National University (SNU), sowie den beiden Planungsbüros ISA (Internationales Stadtbauatelier, Stuttgart/Peking/Seoul) und DANU (Seoul).

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom koreanischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie gefördert.

URBAN VOIDS, das sind alle Orte einer Stadt, die hinsichtlich ihrer Funktion und Ausgestaltung nicht abschließend festgelegt sind: Reserveflächen, Brachen, Abstandsflächen, Gebäudeleerstände, belastete oder untergenutzte Grundstücke – überall finden sich diese Flächen, die möglicherweise geeignet sind, mit neuen Programmen oder Bauwerken gefüllt zu werden.

Für die Erprobung neuer Techniken oder Strategien sind die Voids in höchstem Maße geeignet, da sie Nischen für kreative Entwicklungen und flexible Interventionen bieten, Potenzialflächen jenseits ökonomischer Zwänge, ein Stück Freiheit in dem sonst so streng durch Regeln und Gesetze bestimmten Gebilde der Stadt. Kurz: Sie sind ein wichtiger Bestandteil des innovativen Kapitals der Stadt.

VOIDS sind vor allem in Quartieren im Umbruch zu finden. Das Hauptaugenmerk wird daher auf solchen Quartieren liegen. Es soll untersucht werden, inwieweit mit Maßnahmen auf diesen VOIDS eine Aufwertung, vielleicht sogar eine Umcodierung von Quartieren gelingen kann. Vielfältige Maßnahmen sind denkbar, von einer einfachen Aneignung der Flächen durch die Anwohner (beispielsweise urban gardening) bis hin zu Nachverdichtungen, die dem Quartier ein neues Gesicht geben können. Im günstigsten Fall wird damit eine neue Form der Stadterneuerung erprobt. In Karlsruhe besteht die Chance, mit dem Forschungsprojekt an Fragen des Räumlichen Leitbilds anzuknüpfen.

Verschiedene Fachinstitute am KIT und der SNU wurden in diesen Prozess einbezogen. Gesucht wurden Räume, um in diesen anhand von Pilotprojekten ihre Innovationen in die Praxis zu überführen. Diese Pilotprojekte haben nicht nur eine Strahlkraft für das jeweilige Quartier. Die Städte Karlsruhe und Seoul können sich damit auch als Vermittler zwischen Wissenschaft und Implementation, also der baulichen Umsetzung von wissenschaftlichen Innovationen in der Stadt profilieren. Das Projekt als Ganzes unterstützt zudem die Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen und trägt auch zum Marketing der beiden Forschungseinrichtungen bei.

Ansprechpartner: Philipp Dechow


Partner


Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft | Karlsruhe University of Applied Sciences                 Universität Sungkyunkwan                 Karlsruher Institut für Technologie                 Land and Housing Institute (LH-I)                 Hochschule für Technik Stuttgart