Campusse, wie sie häufig an großen Schulen oder Universitäten zu finden sind, stellen besondere Anforderungen an die städtebauliche Planung, die Verkehrserschließung sowie an das Energie- und Wassermanagement. Nachhaltigkeit, Resilienz und Lebensqualität sind neue Ziele, die derzeit die Entwicklung von Campussen bestimmen.

(Burgstaller)

Im deutschen Bundesland Baden-Württemberg hat die Landesregierung ein Programm gestartet, welches die Universitäten bei der Entwicklung von Konzepten zur Erreichung eines Klimaneutralen Campus unterstützt. Die Hochschule Karlsruhe ist dabei eine der geförderten Hochschulen und bearbeitet derzeit das Projekt KATZE (Karlsruher Hochschule für Technik: Zero Emission), welches an der Schnittstelle zwischen der Mobilität und der Stadtplanung steht:

Mobilität und Campus – Eine nachhaltige Einheit im Kreislauf:

Der Campus der Hoch-schule Karlsruhe wurde gebaut in den 1960er-Jahren und steht repräsentativ für viele Hochschulanlagen dieser Zeit. Eine bauliche Überarbeitung ist unter Aspekten wie Energie, Brandschutz oder veränderten Nutzungsanforderungen erforderlich. In diesem Kontext besteht die Chance, ganzheitlich zu planen und veränderte Mobilitätskonzepte in den Zyklus zu integrieren. Mobilität, der Campus mit seinen Freiflächen, der Gebäude-bestand und die dazugehörige Gebäudetechnik bilden eine Einheit. Die zum Antrieb der Fahrzeuge und zum Betrieb der Gebäude notwendige Energie wird regenerativ gewonnen und im Kreislauf zwischen der mobilen (Fahrzeuge) und stationären Nutzung (Bauwerke) nach Bedarf verwendet.

Der Campus verfügt über zellulare, recycelbare Speicher, deren Energie in einem schnellen Ladevorgang an die Batterien und Tanks (H2) der Fahrzeuge abgegeben wird. Für Gebäude werden ressourcenschonende und wiederverwendbare Materialien eingesetzt. Der Baumbestand bindet CO2 und verbessert das Mikroklima.

Campus zusammenführen und nachverdichten:

Wie viele andere Hochschulen auch, ist die HSKA auf mehrere Standorte verteilt: Mit langen Wegen zwischen den Standorten und zu den Hochschulinfrastrukturen. Bestandteil des Campus-Masterplans ist daher das Zurückholen der Auslagerungen auf den nachverdichteten Hauptcampus. Dadurch werden kurze Wege ermöglicht, die dann emissionsfrei zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Die Mobilitätsplanung ist damit integraler Bestandteil des Campus-Masterplans.

Soziale Stärkung:

Der Campus wird damit als physischer und sozial aktiver Ort der Begegnung mit erhöhten Aufenthaltsqualitäten an Wegen, zentralen Orten und an den Übergängen zur Stadt verstanden. Alle baulichen Maßnahmen werden sichtbar als Kristallisationspunkte für räumliche und soziale Qualitäten auf dem Campus genutzt. Bewusst platziert und gestaltet fördern sie eine Entschleunigung, das persönliche Miteinander und damit die Kommunikation auch über fachliche Fakultätsgrenzen hinaus und stoßen eine Vernetzung der verschiedenen Themengebiete an.

Ansprechpartner: Jan Riel


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